Reviews, viddymovies

Review: Arrival

arrival_poster

Arrival

Regie: Denis Villeneuve
Erscheinungsjahr: 2016
Laufzeit: 116 Minuten

Im jährlichen Akkord packt der franko-kanadische Regisseur Denix Villeneuve einen guten Film nach dem Anderen aus. Zumindest in den Augen der Kritikern. Nach dem fantastischen “Prisoners” mit Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal in den Hauptrollen, “Enemy” und “Sicario” (die ich Beide noch sehen muss) gibt es nun mit “Arrival” den ersten Science Fiction-Film des Mannes, der 35 Jahre später im nächsten Jahr das Sequel zu “Blade Runner” auf die Leinwand bringen wird.

Während die Linguistik-Professorin Dr. Louise Banks (Amy Adams, Lois Lane aus den aktuellen Superman-Filmen) noch mit einem privaten Schicksalsschlag zu kämpfen hat, landen auf der Erde an verschiedenen Orten zwölf unbekannte, riesige Objekte. Gemeinsam mit dem theoretischen Physiker Dr. Ian Donnelly (Jeremy Renner, Hawkeye aus den Avengers-Filmen) wird sie von Colonel Weber (Forest Whitaker) engagiert und zum Objekt gebracht, welches sich in Montana befindet. Sie bekommen den Auftrag Kontakt mit den Wesen, die sich in dem Objekt befinden, aufzunehmen.

arrival-6

Die Wesen, die an sich bewegende Baumwurzeln mit sieben Beinen erinnern und daher Heptapoden genannt werden, sind riesig und können Töne abgeben, doch niemand versteht, was sie sagen. Auch Dr. Banks tut sich damit schwer und versucht mit Schrift zu erfahren, woher die Wesen kommen und was sie auf der Erde wollen. Doch die Zeit drängt, da nicht alle Länder den Weg der friedlichen Kontaktaufnahme gehen. Besonders China vermutet eine weltweite Bedrohung und fährt die Geschütze auf, während die Geheimdienste der Welt die eigenen Erfahrungen mit den Heptapoden voreinander verstecken und unter der Bevölkerung Panik ausbricht.

Ich stehe enorm auf Sci Fi, der nicht allzu abgedreht ist, sondern irgendwie bodenständig wirkt. Als würde man das Ganze tatsächlich erleben können. Was Denis Villeneuve hier und besonders in “Prisoners” auf die Beine gestellt hat, sind Menschen zu zeigen, die in diesen Situation wahrscheinlich auch genauso reagieren würden. War in “Prisoners” das Motiv ganz klar Rache und Verzweiflung ist es hier die Angst, die Neugier und eine gewisse Machtdemonstration, die daraus folgen könnte. Während Jeremy Renner im Film mehr Mittel zum Zweck ist, brilliert Amy Adams auf ganzer Linie und spielt ihren Charakter genau so, wie der Zuschauer die meiste Zeit des Filmes auf die Leinwand schaut: Fragend, mit einer Ahnung aber einem Unverständnis, was da gerade passiert. Als könne man es einfach nicht begreifen.

arrival-movie-trailer-images-amy-adams-54

Ohne zu viel spoilern zu wollen ist “Arrival” definitiv kein Action-Film, bei dem man auf eine knallende Konfrontation zwischen Menschen und Außerirdischen hoffen sollte. Stattdessen stellt der Film viele Fragen, beantwortet welche und lässt den Zuschauer auch nach fast 2 Stunden noch immer mit viel Interpretationsspielraum zurück. Cinema.de-Chefredakteur Artur Jung hat es mit einem einzigen Satz absolut auf den Punkt gebracht: “Stellen sie sich ‘Interstellar’ vor, ohne den ganzen Weltraumkram, dann haben Sie eine ungefähre Vorstellung von ‘Arrival’.” Tatsächlich wirkt der Film inspiriert von Christopher Nolan-Werken (auch die Erzählstruktur ist unkonventionell) und mischt dazu noch eine ganze Menge “Contact” hinein. Primär ist das Kernelement des Films tatsächlich der Kontakt, die Frage nach dem Warum. Es gibt keinen schockierenden Twist, stattdessen eine Erklärung, die nicht überrascht, aber nachdenklich macht, anregt und weitere Fragen aufwirft.

arrival-movie-trailer-images-amy-adams-34

“Arrival” ist ein handwerklich unfassbar gut gemachter Film, der von den beklemmenden Bildern – so herrscht stets eine drückende, melancholische Stimmung – und einem intensiven Soundtrack getragen wird. Amy Adams spielt ihre Rolle mit solch einer Unruhe, Ungewissheit, schließlich muss sie Antworten auf Fragen finden, bei denen Sie nicht einmal weiß, ob sie verstanden werden. Fernab von schnelllebigen Blockbustern hat Villeneuve hier einen Film geschaffen, den man mindestens zweimal schauen muss, um alle Hinweise, alle Kleinigkeiten zu entdecken.

Vor allem aber, weil der Film Nachwirkungen hat und nicht als bloße Unterhaltung den Zuschauer zurücklässt, sondern zum Diskutieren anregt, gibt es eine klare Empfehlung.

Wertung: 9/10

Previous Post Next Post

You Might Also Like