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MTV Video Music Awards 2015

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Vor vielen, vielen Jahren, waren die MTV Video Music Awards in meinem Freundeskreis eine große Sache.

2002 beispielsweise legte Jimmy Fallon das vielleicht beste Intro aller Zeiten hin, bei denen er unter anderem Eminem, Avril Lavigne und Enrique Iglesias aufs Korn nahm. Bei der gleichen Show hatte Michael Jackson Geburtstag, Britney Spears kündigte ihn als den ihrer Meinung großartigsten Künstler des Jahrhunderts an und der verwirrte Jackson freute sich über den imaginären Award als “Artist of the Millennium”.

Der Kuss, den Madonna, Britney Spears und Christina Aguilera bei den VMAs 2003 austauschten, ging um die Welt. Könnte auch das letzte Mal gewesen sein, dass Missy Elliott im Rampenlicht stand.

Und danach? Ich müsste tatsächlich nachlesen, ob ich von den Award-Shows danach irgendwas mitbekommen habe. Machen wir das doch mal.

2007 trat Britney Spears vollkommen betrunken auf. Am Rande mitbekommen. Im gleichen Jahr haben sich auch Tommy Lee und Kid Rock geprügelt.

2009 stürmte Kanye West auf die Bühne, als Taylor Swift ihren Award für das Best Female Video bekam. Einer der Gründe, warum Kanye West menschlich gelinde gesagt belächelt wird.

2013 rieb sich Miley Cyrus an Robin Thicke. Ich lasse das mal sim Raum stehen, dass dies in den letzten sechs Jahren der Moment war, der die meiste Presse brachte. Mehr als die One Night Only-Reunion von NSYNC im gleichen Jahr oder aber das 16-minütige Medley von Beyoncé aus dem letzten Jahr.
Wahrscheinlich auch Grund genug dafür, dass Cyrus die VMAs in diesem Jahr moderieren darf.

Neben Miley werden auch wieder viele anderen Stars dabei sein und sogar auftreten. Dabei sind unter anderem:

The Weeknd, Pharrell Williams und Macklemore & Ryan Lewis, die damit ihren ersten großen Auftritt nach ihrer Schaffenspause hinlegen dürften.

Das Video of the Year ist ja vom Prinzip her die wichtigste Trophäe der Veranstaltung. Schauen wir uns kurz mal die Sieger der letzten zehn Jahre an:

2004: OutKast – “Hey Ya!”
2005: Green Day – “Boulevard of Broken Dreams”
2006: Panic! at the Disco – “I Write Sins Not Tragedies”
2007: Rihanna feat. Jay-Z – “Umbrella”
2008: Britney Spears – “Piece of Me”
2009: Beyoncé – “Single Ladies (Put a Ring on it)”
2010: Lady Gaga – “Bad Romance”
2011: Katy Perry – “Firework”
2012: Rihanna feat. Calvin Harris – “We Found Love”
2013: Justin Timberlake – “Mirrors”
2014: Miley Cyrus – “Wrecking Ball”

Finde jetzt per sé kein wirklich unhörbares Lied in dieser Liste. Kann man sich alles mal anhören, wobei “Piece of Me” von Britney Spears schon irgendwie heraussticht. War das ein Welthit? Oder war das einfach, weil es ihr Comeback war?

In diesem Jahr sind die folgenden fünf Videos für den Award nominiert:

Beyoncé – “7/11”

Kendrick Lamar – “Alright”

Mark Ronson feat. Bruno Mars – “Uptown Funk”

Ed Sheeran – “Thinking Out Loud”

Taylor Swift feat. Kendrick Lamar – “Bad Blood”

 

Gut, ich kannte jetzt weder alle Videos, noch alle Lieder. Ich bin sowieso komplett aus dem Schauen von Musikvideos raus, aber immerhin habe ich die der letzten Drei schon einmal vorher angeguckt. Von Beyoncé kannte ich immerhin den Song und bei Kendrick Lamar frage ich mich, wieso man genau diesen Song ausgesucht hat, anstelle der wesentlich bekannteren “i” oder “King Kunta”.

Das von Beyoncé finde ich grausam. Musikalisch kann die Frau so dermaßen viel mehr, als diesen Mist. Und beim Video hat sie einfach vor einer Cam herumgealbert. Yeah. Video of the Year!

Bei Kendrick Lamar finde ich andere Songs wesentlich besser, aber das Video hat durchaus einen gewissen künstlerischen Anspruch. Wenn man ihn sehen will. Dürfte vor allem wegen seinem Bezug zu Compton nominiert worden sein.

“Uptown Funk” ist immer noch ein geiler Song. Aber was genau ist an dem Video jetzt so cool? Auch bei Taylor Swift denke ich mir… tja, die MUSS eben nominiert werden. Song ist okay, das Video komplett bekloppt.

Das Video von Ed Sheeran ist stark. Genau wie sein Song. Glaube demnach nicht, dass er gewinnt. Und wieso wurde “True Survivor” eigentlich nicht nominiert?

Normalerweise machen das laut VMA-Geschichte natürlich wieder Beyoncé und Taylor Swift unter sich aus. Sieger der Herzen ist Ed Sheeran.

Weiterhin noch nominiert sind im Übrigen für andere Kategorien Hozier und Florence + The Machine (beide für Best Rock. Natürlich!) und Nicki Minajs “Anaconda” für das beste Hip-Hop Video. Sia, Ellie Goulding und Nicki Minaj dürfen sich außerdem hinten anstellen, wenn Beyoncé und Taylor Swift das Best Female Video unter sich ausmachen, während sich Ed Sheeran, Mark Ronson und Kendrick Lamar beim männlichen Pendent mit Nick Jonas von den Jonas Brothers und The Weeknd (nicht für “Can’t Feel My Face”) streiten. Unfassbar, dass auch hier The Hoff übergangen wurde.

Und wenn ich lese, dass bei Best Choreography die Home Party von Beyoncé gegen das geniale “I Won’t Let You Down” von OK Go gewinnen wird, könnte ich ausrasten.

Kein Wunder also, dass mir die VMAs nichts mehr geben. Unterhaltungswert ist kaum gegeben und Künstlern werden Awards in den Hintern geschoben, weil die bei jedem Quatsch nominiert werden um an einem Abend wieder möglichst viele Preise abzuräumen. Montag werde ich mir dann die Gewinner durchlesen und den Kopf schütteln. Vielleicht gibt es aber doch die eine oder andere Überraschung? Chet Faker als Gewinner? alt-J? FKA twigs? Nominiert sind sie alle… aber ich denke nicht, dass sie den Mondmann bekommen werden.

Ach und Kanye West bekommt den Michael Jackson Video Vanguard Award für sein fantastisches Lebenswerk. Fishsticks!
Zum Schluss noch ein paar Statistiken, einfach weil ich Statistiken super finde:

Die meisten Awards an einem Abend hat Peter Gabriel 1987 eingesammelt. Neun Stück für sein geniales Video “Sledgehammer” und einen Video Vanguard Award. Dahinter sind a-ha (1986) und Lady Gaga (2010) mit jeweils acht Awards an einem Abend, allerdings je für zwei Videos.

Die meisten Awards ingesamt hat Madonna abgestaubt. Zwanzig Stück gab es insgesamt, 1986 den ersten und 1999 den bisher letzten. Hinter ihr ist Beyoncé mit bisher 15 Trophäen von 2000 bis 2014.

Den allerersten Video Music Award haben The Cars 1984 für ihren Song “You Might Think” bekommen. Hierbei haben sie unter anderem Michael Jacksons “Thriller” und Cyndi Laupers “Girls Just Want to Have Fun” besiegt. Wie, frage ich mich?

Kein Artikel ohne Spotify-Playlist. Hier (fast) alle Video of the Year-Gewinner, die es auch bei Spotify gibt. Also kein Peter Gabriel. 🙁

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