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Me and PUBG

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht an meine heißgeliebte Videospiel-Konsole namens Xbox One X (kann ein Name eigentlich noch dümmer sein?) setze und mir vornehme, heute mal ein richtiges Spiel mit Story zu spielen. Am Ende versage ich dann doch wieder bei einer Partie mit meinem FIFA Ultimate Team, trainiere meine unfassbaren Fähigkeiten auf der Plastik-Gitarre zu Rock Band, baue wieder eine Stadt von vorne bei Cities: Skylines oder mache irgendwas Anderes, aber mit Sicherheit kein Spiel spielen, wo mich eine Story über Stunden beschäftigt. Mit Ausnahme von L.A. Noire kann ich mich nicht an ein Spiel erinnern, wo ich wirklich von Anfang bis Ende durchgezogen habe. Wo ist sie hin, meine Aufmerksamkeitsspanne?

Genau für solche Leute für mich gibt es nun das Battle Royale für Videospieler! Wirklich, Eins zu Eins! Oder für die jüngeren Leser unter euch: Das Hunger Games auf PC und Xbox und eine der wenigen Momente wo man als Anhänger der Sony-Konsolen (noch) in die Röhre guckt.

Worum geht es? In PUBG – oder PlayerUnknown’s Battlegrounds, wie das Spiel eigentlich heißt und absolut keinen Sinn ergibt – werden du und bis zu 99 andere Spieler werden auf die immer gleiche 8 x 8 Kilometer große Insel abgeworfen. Ziel des Spiels ist es, die besten Knarren und Items einzusammeln und die anderen Spieler über den Haufen zu fahren oder zu schießen um am Ende zu überleben. Last Man Standing, Baybay!

Ich bin kein großer Fan von Shooter-Games. Titanfall mal ein bisschen angespielt, Overwatch mal ein bisschen angespielt, Call of Duty und Battlefield werden meistens ignoriert. Yadda, yadda, auf einer Konsole kann man das eh nicht spielen und so weiter, aber tatsächlich ist es einfach nicht mein Genre. Weder die Story-Modi (Laufe von A nach B und schieße X in den Kopf um Y zu retten) oder Online-Modi mit dem ewigen Respawn. Das finde ich zehn, zwanzig Minuten gut und dann versage ich wieder bei FIFA.

PUBG macht das Ganze etwas anders. Wenn du tot bist, bist du tot. Dann musst du eine neue Runde mit neuer Konkurrenz beginnen. Du darfst noch dabei zugucken, wie deine tollen Gegenstände von deinem Killer mitgenommen werden, aber sonst war es das!

Das Spiel befindet sich stetig in der Entwicklung und ist auf dem PC schon wesentlich weiter, als auf der Xbox. Hier gibt es eine zweite Map, eine Killcam (damit man wenigstens mal erfährt, von wo und wem man eigentlich abgeknallt worden ist) und diverse andere Verbesserungen. Aber dieser Nervenkitzel, wenn man mit Pumpgun im Anschlag in irgendeinem Haus abwartet, bis ein unwissender Kontrahent die Tür öffnet und es dann darum geht, wer als erstes den Abzug betätigt – wunderbar!

In den nächsten Jahren kann man davon ausgehen, dass dieses Spielprinzip von vielen anderen Spielen kopiert werden wird. Das Spiel hat sich mittlerweile 30 Millionen Mal verkauft und das Studio PUBG Corporation reicht gemacht. Allerdings muss PUBG nun aufpassen nicht von anderen Spielen, wie das kostenfreie “Fortnite: Battle Royale”, welches mit einem Comic-Look und weiteren Spielmechaniken aufweist, nicht überholt zu werden. Ich für meinen Teil habe einen Heidenspaß mit den knapp 30 Minuten langen Runden und würde mich freuen, mal mit ein paar Gleichgesinnten als Squad über die Insel zu streifen.

Tatsächlich habe ich es sogar einmal geschafft, eine Runde zu gewinnen. In den Top 10 war ich öfter, sogar Platz 2 – aber nur ein einziges Mal habe ich den Screen als Gewinner einer Runde gesehen. Was eine willkürlich geworfene Handgranate so alles ausrichten kann! Campen kann ich!

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