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Final Fantasy XV – Angespielt auf der Road to Release-Tour

Vor einigen Wochen habe ich über die “Road to Release”-Tour zur anstehenden Veröffentlichung von Final Fantasy XV berichtet, für die ich mich auch selbst angemeldet hatte. Ein kostenloses Vergnügen, welches Fans aus der ganzen Stadt in die Nähe des Alexanderplatzes lockte. Der Ort des Geschehens: Die schöne Fusion Factory.

Tatsächlich hatte ich mit einem größeren Ansturm gerechnet. Doch scheinbar hatte man optimal geplant und so gab es an den rund 40 Konsolen (nahezu gleichmäßig aufgeteilt in Xbox One und PlayStation 4) kaum Wartezeiten – auch wenn man tatsächlich Stunden mit dem Spiel verbringen konnte. Abseits der Konsolen gab es einen mit Final Fantasy XV-gebrandeten Kickertisch, Getränke aufs Haus und auch einen Thron, auf dem man sich fotografieren konnte. Dazu zwei Cosplayerinnen, freundliche Leute im Servicebereich, insgesamt also eine super Location!

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Das eigentliche Spiel startete mit einem optionalen Tutorial, was sich durchaus anbietet, da das actionreiche Kampfsystem Übung benötigt – wenn man denn will. Man kann die Kämpfe durchaus abwechslungsreich gestalten, zwischendurch Waffen und Zauber wechseln, sich eine Taktik überlegen und den Gegner aus verschiedenen Richtungen, Entfernungen und auch aus der Luft angreifen oder man hält einfach abwechseln die Tasten zum Ausweichen und zum Angreifen gedrückt und lässt den Hauptcharakter Noctis semi-automatisch loslegen. So komplex das Kampfsystem und seine Tastenbelegung auch ist, besonders wenn man alle Funktionen verwenden will (und sicher später bei schwierigen Gegnern auch muss), zeigt Final Fantasy XV hier erstmals, wie einsteigerfreundlich das Spiel eigentlich sein möchte: Ein Final Fantasy für alte und neue Fans.

Tatsächlich habe ich das Tutorial irgendwann nach gut einer halben Stunde abgebrochen, womit ich die Feinheiten des Kampfsystems verpasst habe. Allerdings dachte ich mir, dass ich sicher auch im Spielverlauf lerne, wie man im Team mit seinen drei besten Freunden Gladiolus, Ignis und Prompto kämpft. Also hinein in die Story, hinein in das erste Kapitel – beziehungsweise die erste Videosequenz, in der unter Feuergewalt ein Thronsaal zerstört wird. Was Square Enix kann ist weiterhin, tolle Videos zu produzieren. Allerdings ist es schon erstaunlich, dass Final Fantasy XV eines der wenigen, aktuellen Videospiele ist, in welcher die Videos mit einer komplett anderen Engine vorgerendert werden, als die eigentliche In-Game-Grafik. Tatsächlich fällt das gravierend auf, obwohl die eigentliche Grafik des Spiels überhaupt nicht schlecht ist.

Anschließend lernt man dann tatsächlich Noctis, den Kronprinzen des Königreiches Lucis und seine Gefolgsleute kennen, die sich auf dem Weg nach Altissia machen, wo der Held als Friedenszeichen zwischen eigentlich verfeindeten Königreichen Prinzessin Lunafreya von Tenebrae heiraten soll. Gut gelaunt macht sich das Quartett mit ihrem flotten Auto “Regalia” auf den Weg, allerdings gibt der Wagen unterwegs den Geist auf. Sie stranden in einer kleinen Stadt, lernen die Mechanikerin Cindy (bzw. Cidney) kennen und müssen aufgrund mangelndem Bargeld ein paar kleinere Aufträge erledigen, damit sie die Reparatur des Autos bezahlen können.

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Hier liefert Final Fantasy XV dann erstmals innerhalb weniger Spielmomente das ab, was mir bei “Final Fantasy XIII” enorm gefehlt hat: Eine freie, offene Welt. Man kann sich zu Fuß oder später mit dem reparierten Wagen fast vollkommen frei bewegen, Nebenmissionen annehmen, die Welt entdecken, auf riesige Monster treffen und diese fertig machen. Die Welt sieht wirklich toll aus, die Kämpfe sind recht kurzweilig und actionreich und die Charaktere bunt und vollkommen überzeichnet. Während dieses erste Kapitel einen guten Einblick in die generelle Mechanik des Spiels gibt, sind die Missionen die man erfüllen muss wenig anspruchsvoll. Gehe von A nach B, besiege Monster X und treffe dich mit Person Y. Das ist für eine Demo tatsächlich okay, allerdings hoffe ich, dass man anschließend relativ schnell die Story intensiviert.

Ein großer Kritikpunkt von mir ist tatsächlich das von den Entwicklern ins Unermessliche gehypte Auto. Als wäre es ein großes Novum, dass man in einem Spiel mit einem Auto durch die Gegend fahren kann. Tatsächlich ist das Auto einfach nur ein großer Witz. Nicht nur, dass man damit wie auf Schienen nur auf den Straßen fahren kann, man hat die Option das Auto selbst zu fahren – was bedeutet, dass man permanent aufs Gas drückt und ab und an ein wenig lenken darf – oder aber das Auto automatisch fahren zu lassen. Was bedeutet, dass man dabei zugucken kann, wie permanent aufs Gas gedrückt wird, das Auto ab und an gelenkt wird und ansonsten minutenlang auf Schienen zum Zielort gefahren wird. In der Demo gab es keine Möglichkeit, diese Sequenzen zu überspringen, was bedeutete, dass ich einmal fünf Minuten zusehen musste, wie das Auto sich meinem Missionsziel nähert.

Gegen Ende meiner Spielzeit habe ich dann leider enorme Grafikfehler gehabt, weswegen ich das Spiel dann beendete. Die Mitarbeiterin sagte mir, dass sie diesen Fehler das erste Mal sehen würde – natürlich. Und auch, wenn es nur eine Demo ist, hoffe ich, dass solches Flimmern in der vollständigen Version nicht mehr vorkommen wird:

Final Fantasy XV sieht toll aus – allerdings ist es schon amüsant, wie die Hauptdarsteller alle wie Cosplayer aussehen, die normalen Bewohner des Landes aber wie ganz gewöhnliche Menschen. So wirkt das Quartett zwischenzeitlich – gewollt – Fehl am Platz. Das erste Kapitel zieht sich tatsächlich ein wenig, was an den wenig abwechslungsreichen Missionen liegt, die zu Beginn auf das Quartett warten. Allerdings habe ich seit dem Spielen der Road to Release-Demo einen weitaus positiveren Eindruck, als durch die grauenvolle zweite Demo, die einst auf dem Xbox Marketplace landete, in der man mit einem Spielzeughammer herumkloppte und sich in ein Auto verwandelte.

Ob das Spiel direkt zum Release in meiner Konsole landen wird, bezweifle ich. Allerdings hat es mir weitaus mehr Spaß gemacht, als ich gedacht habe. Dass man im Auto den grandiosen Soundtrack von Final Fantasy VII hören kann, ist zusätzlich ein riesiger Bonuspunkt. Ich bin durchaus angetan vom Spiel, allerdings noch immer nicht vollends überzeugt.

Final Fantasy XV erscheint am 29. November 2016 für die Xbox One und PlayStation 4.
Einige der Fotos stammen von der Square Enix DE-Facebookseite.

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