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Everything Everything live in Berlin

Da war es nun also, das erste Konzert von Everything Everything in Berlin nach dem Lollapalooza-Auftritt vor knapp drei Monaten. Als Vorband für ihre Konzerte in Hamburg, Berlin und München hat die Band, die Manchester als Heimat festgelegt hat, Inner Tongue mitgebracht, die knapp eine halbe Stunde sogar ordentlich Musik gemacht haben. Highlight war mit Sicherheit die Dame am Keyboard, welche die Songs tatsächlich gelebt hat.

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Um 22 Uhr haben Jonathan, Jeremy, Michael und Alex dann losgelegt und dabei wirklich eine wilde Mischung aus ihren drei Alben präsentiert. “Photoshop Handsome” vom ersten Album “Man Alive”, “Cough Cough” und natürlich “Kemosabe” vom zweiten Album “Arc” und so ziemlich alles vom aktuellen Album “Get to Heaven”. Besondere Highlights für mich waren natürlich das geniale “Regret”, “Spring / Sun / Winter / Dread” und “To the Blade”, die alle sehr gut die Bandbreite der pop-orientierten, aber sehr experimentierfreudigen Truppe zeigen.

Als Zugaben dienten nach knapp 90 Minuten “No Reptiles”, welches ich leider sterbenslangweilig finde und “Distant Past”, welches als Videomitschnitt beigefügt wird. Die beiden Zugaben zeigen auch den Spagat, den dieses Konzert letztendlich bot, denn Everything Everything liegen für mich manchmal zu knapp an der Schwelle zwischen Genialität und Grütze. In manchen Songs verlieren sie sich in elektronischen Effekten, in versuchtem Kanon, in Spielereien, während andere Songs einfach derbe in die Beine gehen und zum Tanzen animieren. Was soll man beispielsweise bei “No Reptiles” machen, als auf die Bühne gaffen, wenn man dann bei “Distant Past” keine Möglichkeit hat, die Beine stillzuhalten?

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Als Festivalband ist Everything Everything dann doch eher mein Fall, weil sie in einer Stunde wirklich gute Stimmung machen müssen. Ein Club-Konzert hat auch seinen Charme, aber wenn die Zuschauer eben viele Songs nicht kennen und dementsprechend kaum Stimmung aufkommt, ist das dann auch wieder schade.

Dennoch ein gelungener Abend mit guter Musik. Mir hat es viel Spaß gemacht und für den Preis – knapp 20 Euro – kann ich wirklich nicht meckern!

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