Green Mile - Review - viddymedia
Reviews, viddymovies

Review: The Green Mile

The Green Mile

Regie: Frank Darabont
Erscheinungsjahr: 1999
Laufzeit: 189 Minuten

Es gibt Filme, die sind so fesselnd und zeitlos, dass man sie gut und gerne auch knapp 20 Jahre nach dem Erscheinungsdatum noch schauen kann, vielleicht sogar zum vierten und fünften Mal, und immer noch genauso in den Bann gesogen wird, wie beim ersten Mal. Im Falle von The Green Mile habe ich nicht nur den Film bereits oft gesehen, sondern auch das Buch mehrfach gelesen und halte Beides für absolute Meisterwerke im Zusammenhang mit Stephen King.

Über die Werke von Stephen King muss man nicht viel sagen, die meisten Bücher sind großartig, spannend und jede Person sollte mindestens ein Buch von ihm mal gelesen haben (mein Favorit ist tatsächlich “The Stand”). Bei den Film-Adaptionen kann man allerdings leider öfter ins Klo greifen, als in eine Schatzkiste. Während Fans noch bangen, wie denn der zweite Teil von “Es” im September 2019 aussehen wird, schaue ich zurück auf eine der besten Verfilmungen von Stephen King, der 1996 von seinem bekannten Horror-Genre abwich – natürlich nicht zum ersten Mal – und ein packendes Drama um John Coffey (wie das Getränk, nur ein bisschen anders geschrieben) veröffentlichte.

Wer den Film noch nicht gesehen hat, hier eine kurze Zusammenfassung. Paul Edgecomb (Tom Hanks) war 1935 Leiter des Todestraktes in einem Gefängnis und führte die Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl durch. Gemeinsam mit seinen Kollegen Brutal (David Morse), Dean (Barry Pepper) und Harry (Jeffrey DeMunn) staunt er nicht schlecht, als der sadistische Kollege Percy (Doug Hutchinson) den kolossalen John Coffey (Michael Clarke Duncan) als nächsten Insassen bringt. Coffey, der trotz seiner imposanten Ausmaße absolut kindlich ist, soll zwei Mädchen ermordet haben und dafür auf “Old Sparky” landen. Schon bald allerdings kommen Edgecomb berechtigte Zweifel an der Schuld John Coffeys.

In den 90er Jahren war Frank Darabont einer der absolut besten Regisseure. 1994 drehte er mit “Die Verurteilten” ein weiteres Stephen King-Werk und ist damit nicht unverdient auf Platz 1 der am Besten bewerteten Filme auf iMDb. Später drehte er noch einen weiteren Stephen King-basierten Film (“Der Nebel”) und ist für die erste Staffel der Serie “The Walking Dead” verantwortlich. Seine Regie in diesem Film und die schauspielerischen Leistungen der Darsteller sind unglaublich. Tom Hanks in den 90ern ist in egal welcher Rolle natürlich über alle Zweifel erhaben. Doug Hutchinson als gruseliger, sadistischer Percy Wetmore, der nichts Anderes will, als die Insassen leiden sehen, ist eines der größten Hassobjekte, die ich im Film kenne. Der immer geniale Sam Rockwell (“Moon”), der jetzt so langsam endlich seinen richtigen Durchbruch bekommt, ist auch hier als Insasse William Wharton gut – und widerlich.

Die Leistung von Michael Clarke Duncan, der leider nie an diesen Erfolg anknüpfen konnte und sich ansonsten in der schlechten “Daredevil”-Verfilmung und dem ersten “Scorpion King” rumschlagen musste, kann man gar nicht genug loben. Duncan war absolut berechtigt als bester Nebendarsteller für einen Oscar nominiert (verloren gegen Michael Caine für seine Rolle in “Gottes Werk & Teufels Beitrag”) und bewies, dass er auch emotionale Rollen meistern konnte.

Das Buch wurde ursprünglich in sechs Teilen veröffentlicht, was bedeutete, dass die Fans jeweils einen Monat warten mussten, bis sie erahnen konnten, wie die Geschichte weitergeht. King behauptet heute, dass er zu Beginn des Schreibprozesses das Ende selbst noch nicht erdacht hatte. Allerdings greifen alle Wendungen in dieser Geschichte so gut ineinander, dass dies geradezu unwahrscheinlich klingt.

Wenn es Filme gibt, die niemals, wirklich niemals ein Remake erleben sollten, dann gehört “The Green Mile” definitiv dazu. Wer also mal eben drei Stunden Zeit hat, sollte sich diesen Film gerne mal wieder ansehen. Wer ihn noch nie gesehen hat, hat definitiv etwas verpasst.

Wertung: 9/10 Punkte

Previous Post Next Post

You Might Also Like