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Black Mirror – Der Spiegel zeigt, wie hässlich wir eigentlich sein können.

Warum auch immer gilt Black Mirror noch immer als Geheimtipp. Vielleicht, weil die englische Serie noch immer sehr unkonventionell ist. Eine Folge geht mindestens eine Stunde lang und jede Folge für sich ist abgeschlossen. Keine Geschichte, die sich über eine komplette Staffel zieht, keine wiederkehrenden Charaktere. Stattdessen gibt es Episoden, die mehr oder weniger Zukunftsvisionen zeigen. Was wäre wenn-Situationen, bei denen die Technik im Vordergrund steht. Smartphones, das miteinander vernetzen, Kommerzialisierung, Virtual Reality, die Gier nach Aufmerksamkeit, das Zuschauerverhalten, immer vernetzt sein – alles Aspekte, die in den einzelnen Episoden von Black Mirror zur Sprache kommen können.

Während die ersten beiden Staffeln nur je drei Folgen hatten und auf dem britischen Sender Channel 4 ausgestrahlt worden sind, hat sich Netflix die Rechte gesichert und eine dritte Staffel mit weiteren sechs Folgen in Auftrag gegeben, die am letzten Freitag auf der Streaming-Plattform erschienen sind.

Besondere Highlights der jeweiligen Staffel sind für mich die folgenden Episoden:

Staffel 1, Folge 2: Das Leben als Spiel (15 Million Merits): Diese Episode spielt in der Zukunft und behandelt auf der einen Seite Unterhaltungsshows als Ablenkung, Geltungswahn und allgegenwärtige Medien. Der Protagonist Bing (Daniel Kaluuya) lebt in dieser Welt, lässt sich von den Unterhaltungssendungen berieseln und lernt eines Tages Abi (Jessica Brown Findlay) kennen. Er überredet sie, bei einer Castingshow mitzumachen, wo Abi mit ihrem Castingtalent ankommt, aber dann vor eine schwerwiegende Wahl gestellt wird. Bing muss nun versuchen, sie zu retten und gleichzeitig den Wahn nach Unterhaltungskonsum durchbrechen.

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Staffel 2, Folge 1: Wiedergänger (Be Right Back): Martha (Hayley Atwell) und Ash (Domhnall Gleeson, u.a. bekannt aus “Ex Machina” oder dem wundervollen Film “Alles eine Frage der Zeit”) leben ein bescheidenes, glückliches Leben. Bei einem Autounfall verunglückt Ash tödlich. Martha allerdings erfährt von einem Angebot, mit einem virtuellen Imitat ihres verstorbenen Mannes zu kommunizieren. Die künstliche Intelligenz wird geschaffen aus den Spuren, die Ash in den sozialen Netzwerken hinterlassen hat. Martha kann fortan tatsächlich wieder die Stimme ihres Mannes hören, doch es genügt ihr nicht und so lässt sie die das künstliche Bewusstsein in ein naturgetreues Abbild ihres Mannes einbauen. Es sieht aus wie Ash, es klingt wie Ash und es versucht sich wie Ash zu verhalten, doch aus der anfänglichen Euphorie wird schnell ein großes Unbehagen.

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Weitere Empfehlungen sind definitiv Staffel 2, Folge 2: Böse Neue Welt (White Bear), bei dem es besonders um Voyeurismus und Hetzjagden geht, sowie das Special Weiße Weihnacht (White Christmas) mit Jon Hamm (“Mad Men”) in einer der Hauptrollen.

Die dritte Staffel habe ich bisher nur zu einem Teil geschaut. Während die erste Folge Abgestürzt (Nosedive) mit Bryce Dallas Howard (“Lady in the Water”, “Jurassic World“) in der Hauptrolle perfekt zur heutigen Gesellschaft passt, in der Menschen sich gegenseitig mit 5 Sternen bewerten können, zeigt die zweite Folge Erlebnishunger (Playtest) die Zukunft der Videospiele. Besonders Wyatt Russell in der Hauptrolle zeigt eine unfassbar gute Leistung, den sollte man definitv im Auge haben.

Black Mirror ist mehr als nur eine Serie. Sie lädt zum Nachdenken ein, zum Diskutieren, sie hält dem Zuschauer einen Spiegel vor das Gesicht und zeigt, was passieren könnte. Jeder, der einen Netflix-Account hat, sollte sich Black Mirror auf jeden Fall angucken. Es lohnt sich!

 

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