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Bastille in Hamburg – Die Bühne wird zur Fernsehstation

Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich für ein Konzert in eine andere Stadt gefahren. Schuld daran sind nur Bastille – oder wie andere Medien gerne kopieren und einfügen: BΔSTILLE. Aus mehreren Gründen sogar, zum Einen weil ihr Konzert beim Lollapalooza 2015 so gut war, dass ich sie unbedingt noch einmal live sehen musste. Das wäre in der Theorie aber auch in Berlin möglich gewesen, wo sie nämlich am Freitag, den 25. November in der Max-Schmeling-Halle spielen werden. Zum Anderen aber – und das ist der Grund, warum ich in eine andere Stadt fahren musste – weil ich am Freitag nicht kann, da ich bereits Karten für das Konzert von Royal Republic habe. Dementsprechend wurden Tickets für das Konzert und den Zug gekauft und meine zweite Lieblingsstadt unserer Bundesrepublik besucht.

Bastille spielten in der Sporthalle Hamburg, auch Alsterdorfer Sporthalle genannt. Doch bevor es soweit war, stieg natürlich die Vorband auf die Bühne, die mit Leuchtreklame im Hintergrund und dem Schriftzug auf den beiden Leinwänden daneben den Namen kaum deutlicher präsentieren konnten: Rationale. Rationale ist eigentlich der in Simbabwe geborene Singer-Songwriter Tinashe Fazakerley, der bereits seit 2010 versucht, im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Nachdem es mit der eigenen Karriere erst nicht geklappt hat, arbeitete er als Songwriter u.a. für Rag’n’Bone Man (der derzeit mit “Human” auf Platz Eins der Singlecharts steht), bevor er sich wieder dazu ermutigen konnte, selbst auf der Bühne zu stehen. Eine grandiose Entscheidung, denn während viele Vorbands wirklich nur Beiwerk sind, merkte man bei Rationale die Erfahrung, die Leidenschaft und so konnte die Band die Zuschauer vollkommen in den Bann ziehen. Ich habe es wirklich selten gesehen, dass die Zuschauer vor dem eigentlich Konzert bereits so investiert waren, doch Rationale konnten mit Songs wie “Fuel to the Fire” und “Something for Nothing” vollends überzeugen. Das Album im nächsten Jahr wird definitiv im Auge behalten.

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Anschließend war es soweit und Kyle Simmons, Will Farquarson, Chris Wood, sowie Sänger Dan Smith und etliche Gast-Musiker eröffneten die Show mit “Send Them Off!” aus dem zweiten Album “Wild World”, welches auch namensgebend für die Tour war. Mit den zwei Leinwänden an der Seite und einer riesigen Videowand im Hintergrund drehten Bastille den Show-Faktor ihrer Performance ordentlich nach oben. Überall gab es etwas zu sehen, Landschaften, Bilder aus Newssendungen, Einspieler, Schriftzüge. Bastille spulten nicht nur einfach ihr Programm herunter, sondern wollten dabei auch verschiedene Botschaften in die Welt setzen. Nicht immer passten die Botschaften zur gespielten Musik, so ist “Good Grief” ein absolut tanzbarer Song, handelt aber von Trauer, doch nie wirkten die Songs deplatziert.

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Die Halle war wirklich prall gefüllt – schon vor Beginn des Konzerts, weswegen wir uns entschieden, auf den Rängen an der Seite Platz zu nehmen, um das Konzert miterleben zu können. Auch hier herrschte stets eine sehr gute Stimmung.

Sänger Dan Smith scheute sich auch nicht, wie beim Lollapalooza in die Masse von tausenden Menschen hinabzusteigen. Beispielsweise wanderte er bei “Flaws” durch das Publikum und sang mit ihnen, vor “Of the Night”, dem Mash-Up von “Rhythm is a Dancer” und “The Rhythm of the Night” marschierte Smith zum Mischpult in der Mitte und trommelte und sang dort das beliebte Cover, wie hier zu sehen.

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Es fehlte kein Hit, auch wenn ich noch immer traurig darüber bin, dass “Hangin'” sowohl aus der Setliste flog (es wurde beim Lollapalooza gespielt, auch wenn die Seite setlist.fm etwas anderes behauptet), als auch nicht auf “Wild World” zu finden ist. Von “Laura Palmer” über “Things We Lost in the Fire” bis hin zu “Icarus” in der Zugabe und natürlich “Pompeii” als Abschluss, bei welchem Rationale noch auf die Bühne durften, boten Bastille nicht nur 22 Songs, sondern auch über 90 Minuten krachende Stimmung.

Wer noch kein Ticket hat und auf die Musik der britischen Band steht, sollte sich definitiv für Freitag noch eine Karte holen. Die Songs sind super, die Band kann toll live spielen und man hat dabei nun auch ein audiovisuelles Erlebnis.

 

 

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