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20 in 2018: Robyn – “Ever Again”

Robyn – “Ever Again”
aus dem Album “Honey”

Endspurt bei meinen 20 in 2018 – und der vorletzte Song ist immer mit die schwierigste Entscheidung. Welchen Song ich als Letztes präsentiere, das steht meistens schon vor Beginn der Serie fest um einen ordentlichen Schlusspunkt zu setzen. Aber tatsächlich ist der vorletzte Song genau der Scheidepunkt, an dem ich mich endgültig entscheide, welche Lieder aus der Liste fliegen und welcher Song es am Ende doch noch knapp schafft. Und in diesem Jahr war es so schwer wie selten zuvor, denn ich hatte noch fünf Songs, die hier hätten genannt werden können.

Am Ende habe ich mich entschieden für die Rückkehr nach acht langen Jahren. Für eine Rückkehr einer Pop-Sängerin, die vollkommen unter Wert verkauft wird und die mit ihrem achten Album “Honey” so dermaßen überzeugt hat, dass ich sie wieder in mein musikalisches Herz schließen musste. Willkommen zurück Robyn!

Erstmals habe ich Robyn zirka 2003 oder 2004 gehört, als “Keep This Fire Burning” im Radio lief, wobei das sogar die Cover-Version von Beverley Knight gewesen sein könnte. Abgesehen von der Stimme und kleinen unterschiedlichen Arrangements sind die Versionen sehr ähnlich und mit 19 oder 20 Jahren hört man nicht so genau hin. Allerdings erinnere ich mich sogar noch, wo ich den Song gehört habe – so einen Eindruck hat die Komposition hinterlassen.

Ins Herz geschlossen habe ich Robyn dann 2005, als sie sich vom RnB verabschiedete und Synthpop produzierte. “Cobrastyle” von den Teddybears wurde gecovert, “Konichiwa Bitches” dröhnte verspielt und mein absoluter Lieblingssong wurde “With This Heartbeat” mit Kleerup. So eine unfassbar gute Produktion, die ohne großen Beat auskommt, aber dafür mit viel Gefühl.

Wabernde Synthlines und große Beats gab es dann auf der “Body Talk”-Serie, die mir persönlich weniger zugesagt hat. “Dancing On My Own” ist zwar inzwischen ein Klassiker, aber nicht unbedingt nach meinem Geschmack. Auch “Fembot” oder “Love Kills” waren kurzzeitig in meinen Playlists, aber konnten sich nicht festsetzen. Und das war vor acht langen Jahren.

Den überproduzierten Sound schraubte Robyn, die zwischendurch auf einem Song von The Lonely Island gastierte (“Go Kindergarten”), mit Coldplay tourte und mit Röyksopp – mit denen sie sowieso schon oftmals zusammen gearbeitet hatte (“The Girl and the Robot”) – eine EP aufnahm, auf “Honey” deutlich zurück. Natürlich ist es unverkennbar Robyn, wie etwa auf der Single “Missing U”, aber der Elektropop ist viel ausgefeilter, wirkt viel zugänglicher und nahbarer. Auch sehr zu empfehlen ist die “Live-Version” bei Jools Holland. “Honey” als Titletrack ist eine Hymne des Dancefloors und geht ebenfalls unwahrscheinlich gut ins Ohr.

Unfassbar entspannt und vielleicht deswegen ein ziemlich gemeiner Ohrwurm ist “Ever Again”, der es damit als vorletzter Song in die 20 in 2018 schafft. Seitdem ich den Song das erste Mal gehört habe – was im Übrigen überhaupt nicht lange her ist, mein last.fm-Profil sagt, dass es am 30. November war, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Und das schafft Robyn bei mir seit 2003. Seit 2005. Und nun auch wieder in diesem Jahr.

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