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20 in 2017: Beck – “Up All Night”

Beck – “Up All Night”
aus dem Album “Colors”

Back Hansen ist in meinen Augen einer dieser Musiker, die durchaus Kunst produzieren. Einen Stilmix aus verschiedenen Richtungen und immer, wenn zumindest ich ihn gerade vergessen hatte, schmeißt er wieder irgendein Kunstwerk auf den Markt. Persönlich würde ich mich weder als Fan, noch als eifriger Verfolger seiner Werke bezeichnen. “Loser” ist natürlich bekannt, aber ansonsten gibt es nicht viel auf seinen 13 Studioalben, das ich wirklich gut finde, mir immer wieder anhören könnte oder zumindest das Bedürfnis verspüre in den Rest reinzuhören. Einige Ausnahmen gibt es, wie “E-Pro” oder aber das halbe “Modern Guilt”-Album mit “”Youthless”, “Orphans” oder “Walls” darauf, die letzten Beiden unfassbar gute Gemeinschaftsarbeiten mit Cat Power und produziert von und mit Danger Mouse, der in meinen Augen einer der besten Produzenten aller Zeiten ist.

Beck ist da und durchaus ein toller Musiker. Aber das sind Radiohead angeblich auch und mit denen kann ich soviel anfangen, wie mit kaputten Handschuhen im Winter – relativ wenig. Becks vorheriges Album “Morning Phase” ist trotz guter Kritiken und Grammy Awards (mit obligatorischem Kanye West’schen Ausbruch, wieviel doch Beyoncé den Grammy viel eher verdient hätte) komplett an mir vorbeigezogen und auch “Colors” hätte ich fast nicht beachtet. Wäre allerdings ein Fehler gewesen, schließlich ist das ein astreines Pop-Album. Das bedeutet natürlich auch, dass das Werk keinen künstlerischen Anspruch hat oder verfolgt, wie es beim Vorgänger der Fall ist. Es ist zugänglicher, radiotauglich und damit natürlich vollends nach meinem Geschmack – was für ein Widerspruch, schließlich höre ich seit Jahren kein Radio.

“Dreams” und “Up All Night” sind meine Favoriten auf diesem Werk. Songs, die einfach bunt klingen wie das Leben, wie eine Leinwand, die man mit besonders satten Farben bemalt. Während der erste Song sogar schon vor zwei Jahren als Single und Vorbote für das Album veröffentlicht wurde, ist “Up All Night” relativ frisch und ist mit ordentlichem Beat einer der tanzbarsten Songs, die ich je von Beck gehört habe. Der Mann wird zwar nie mein Lieblingskünstler sein – aber gute Songs hat er schon fabriziert. Danke, Beck!

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