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20 in 2016: Tiger Lou – “Leap of Love”

Tiger Lou – “Leap of Love”
aus dem Album “The Wound Dresser”

Ich kaufe seit Jahren keine CDs mehr. Möglicherweise schon seit Jahrzehnten. Während ich mich tatsächlich daran erinnere, was meine erste, selbst gekaufte Single war (“I’ll Be Missing You” von Puff Daddy”), müsste ich stark darüber nachdenken, was mein letztes gekauftes Album war. Von meiner letzten Single ganz zu schweigen. Ich bin ein Streamer. Spotify hier, Spotify da. Und auch, wenn es das Musikerlebnis irgendwie unpersönlicher macht und ich im Prinzip einzelne Songs einfach nur konsumiere, hat zumindest Spotify auch etwas Gutes: Den Mix der Woche. Hier stellt Spotify – basierend auf die bereits gehörte Musik – jede Woche eine Playlist mit Liedern zusammen, die zum persönlichen Musikgeschmack passen. Ich höre tatsächlich weniger oft in diese bunt durchgemischte Playlist rein, als ich sollte. Doch als ich sie vor einigen Tagen angemacht habe und das erste Lied gehört habe, war es musikalisches Schicksal. Denn ohne diesen Mix der Woche, ohne die Shuffle-Funktion, die irgendeinen Song abspielte, hätte ich “Leap of Love” wahrscheinlich nie entdeckt.

Selbst Tiger Lou, die Band dahinter, ist bisher vollkommen an mir vorbeigegangen. Ein Projekt, gegründet vom schwedischen Musiker Rasmus Kellerman, die bereits seit 2001 besteht. Während Kellerman zu Beginn nahezu jedes Instrument auf dem Debütalbum “Is My Head Still On?” selbst schrieb, hat er inzwischen ein paar Bandmitglieder um sich herum versammelt. Gemeinsam mit Erik Welén am Bass, Mathias Johansson an der Gitarre und Pontus Levahn am Schlagzeug entstand nach fast acht Jahren Pause das vierte Studioalbum “The Wound Dresser”, welches im September 2016 auf den Markt kam.

Acht Jahre. So eine lange Pause, dass man wirklich von einem Comeback sprechen muss, denn Tiger Lou gab es eigentlich nicht mehr. Und irgendwie schon, denn Kellerman hat nie aufgehört, Musik zu schreiben. Unter anderem mit seiner Frau Andrea, die als Firefox AK auftritt. Es ist schön zu sehen, wenn die Passion in einem Menschen stets weiterlebt und man weiter an seinen Träumen festhält. Besonders, wenn es sich dann in solch großartigen Songs, wie “Leap of Love” widerspiegelt. Eine schleichende Melancholie, verpackt in seichten Rock mit melodischen Synths. Erinnert ein wenig an The War on Drugs, warum ich mir den Song aber auch als The Killers-Track vorstellen kann, kann ich mir selbst nicht so ganz erklären. Fest steht aber, dass ich vielleicht auch in den Rest der Werke der Band reinhören sollte, schließlich haben sie in letzter Sekunde den Sprung in meine 20 in 2016 geschafft.

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